Am Schluss siegt die In­tui­ti­on – Im Ge­spräch mit Pia­nist Pavel Kach­nov

Ein Blick zurück auf den Anfang: Wie sind Sie zur Musik gekommen?
Pavel Kachnov: Ich komme aus einer musikalischen Familie, meine Mutter ist Pianistin und mein Vater Dirigent. Also die Musik ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden, sie hat mich immer umgeben. Im Alter von vier Jahren habe ich dann mit dem Klavierspielen begonnen.

Und wie sieht heute Ihr Alltag aus? Wieviel Zeit verbringen Sie am Klavier?
Mein Alltag ist fast immer derselbe: Vier bis fünf Stunden üben, dann kurze Kaffeepause und dann wieder üben. Außerdem gebe ich meistens an mehreren Tagen in der Woche Solokonzerte. Das hört sich jetzt sehr stressig an. Doch natürlich gibt es in meinem Leben auch mal die Zeit, in der ich gar nichts tue und mich entspanne – so wie jeder anderer Mensch auch.

Welchen Bezug haben Sie grundsätzlich zum Werk von Rachmaninow und speziell zum Klavierkonzert Nr. 2?
Zu Rachmaninow habe ich einen sehr engen Bezug. Er ist tatsächlich einer meiner Lieblingskomponisten. Das Klavierkonzert Nummer 2 ist einfach wunderbar. Ich habe es bereits als junger Pianist in meiner Heimatstadt Kiew mit Orchester gespielt. Auch bei mehreren Wettbewerben bin ich schon damit angetreten.

Wenn Sie ein neues Werk erarbeiten, wie gehen Sie an die Noten heran?
Ich setze mich ans Klavier und versuche, so viele Noten wie möglich richtig zu spielen und den Rhythmus zu erfassen. Meistens gelingt mir das sehr schnell. Danach geht es an den Feinschliff.

Sind Pianisten immer auch ein wenig eigenbrödlerisch veranlagt? Wie ist das bei Ihnen?
Naja, ich kann es nicht leugnen: Bei mir ist es teilweise auch so. Mich interessiert natürlich die Meinung von Menschen, die ich schätze und die mir nahe stehen. Aber schlussendlich verlasse ich mich doch fast immer auf meine Intuition.

Gibt es ein Musikstück, das Ihnen den Schweiß auf die Stirn treibt?
Oh ja, das Konzert Nr. 3 von Sergei Prokofiew, das ich im Mai 2018 in Kiew mit Orchester spielen werde. Das Stück ist nicht gerade das Leichteste... (lacht)

Welche Musik läuft bei Ihnen privat?
Das ist ganz unterschiedlich. Wenn es mir die Zeit erlaubt, arbeite ich gerne mit Opernsängern zusammen, deshalb höre ich privat öfter Opern. Es läuft bei mir aber auch ganz normale Popmusik.

Interview: Karola Decker

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