Ein Som­mer­abend, der alles hatte

„Klas­sik an der Donau“ be­grüß­te mit Sym­pho­nie­or­che­s­ter, So­lis­ten und Kam­mer­chor 1600 Gäste

Von Ulli Scharrer

Es war ein Sommerabend, der alles hatte, der Samstagabend bei „Klassik an der Donau“. Ein erstklassiges Klavierkonzert von Edvard Grieg und vielfältige Eindrücke deutscher und italienischer Opernkunst waren der eine Teil des Abends. Dazu kamen viele nette Begegnungen mit Gesprächen beim traditionellen Weinausklang im Foyer der Stadthalle. Wieder 1600 Gäste konnte Veranstalter Prof. Dr. Martin Balle in der Joseph-von-Fraunhofer-Halle begrüßen. Die skandinavischen Meister Sibelius und Grieg sowie ein Opern-Querschnitt von der Wiener Klassik bis zur Spätromantik dominierten das Programm von „Klassik an der Donau“.

Viel Applaus erhielten die 60 Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Die Leitung lag in den bewährten Händen von Dirigent Wolfram Graul. Ebenso gefeiert wurden die Solisten Magdalena Hinterdobler und Galeano Salas. Den Solopart beim Klavierkonzert a-Moll von Edvard Grieg übernahm der international bekannte Pianist Gerhard Oppitz. Es ist das einzige Konzert des 1907 geborenen Norwegers Grieg, das er vollendet hat. Beeindruckend abgerundet, von den Stimmen und der Anzahl, wurde der Abend mit einem großen Chor aus Mitgliedern des Kammerchors und Brucknerschülern unter der Leitung von Stefan Frank. Mit dem ägyptischen Marsch von Johann Strauß, bei dem die 1 600 Gäste in der voll besetzten Stadthalle als zusätzlicher Chor mit eingebunden wurden, setzte Dirigent Wolfram Graul ein Schluss-Bonmot, das Musiker und Besucher eng verband. Eine ausführliche Kritik findet sich im überregionale Teil dieser Ausgabe.

Um das Klangerlebnis nicht zu trüben, musste die Klimaanlage kurz vor Konzertbeginn abgeschaltet werden. Die diesjährige „maximale Bühne“ von 10 auf 14 Metern mit 110 Chor- und 60 Orchestermitgliedern plus Solisten verlangte eine helle Beleuchtung.

Gefeiert wurden die Gesangssolisten Magdalena Hinterdobler und Galeano Salas. Die Sopranistin Magdalena Hinterdobler ist gebürtige Straubingerin und erhielt ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater München sowie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Das Konzertrepertoire der jungen Künstlerin reicht von der Barockmusik bis hin zur Moderne. Galeano Salas ist ein mexikanisch-amerikanischer Tenor. Er studierte an der University of Houston und an der Yale University in Connecticut und erwarb sein künstlerisches Diplom an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia.

Hinter der Bühne verriet die Anton-Bruckner-Absolventin, dass sie jeden Auftritt in der Heimatstadt genießt, wenn Familie und Freunde mit dabei sind – nicht nur wegen der Küche der Mama, die auch noch so nett ist und das Bügeln der Auftrittskleider übernimmt. „Opern-Arien vermitteln immer große Emotionen, die jeder kennt oder sucht“, erklärte Magdalena Hinterdobler. Sie freute sich, dass „Klassik an der Donau Klassik für alle bietet“. Besonders angetan war sie, dass sie einen Part der Elisabeth aus „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ singen durfte: „Eine fantastische Gelegenheit das auszuprobieren. Auf diese Rolle warte ich schon lang, die Figur spricht mich einfach an.“

Der Konzertabend der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, 2008 initiiert und seitdem jährlich von der Verlegerfamilie Balle mit dem Straubinger Tagblatt veranstaltet, hat sich schon längst als fester Termin hunderter Musikfreunde etabliert. „Klassik an der Donau“ punktet bei eingefleischten Klassik-Enthusiasten ebenso, wie bei Musikfreunden, die nicht so tief in dieser „klassischen“ Musikrichtung verwurzelt sind. Das bringt Menschen jedes Alters und aller Schichten zusammen, die Musik verbindet.

„In der ersten Halbzeit erleben wir die Paarung Finnland und Norwegen mit Perlen der skandinavischen Sinfonik. Die zweite Halbzeit ist geprägt von Höhepunkten der Opernmusik aus Deutschland und Italien, die im Fußball nicht immer, aber musikalisch auf jeden Fall zu den führenden Nationen zählen“, betonte Dr. Bernhard Stoffels, Musikwissenschaftler und Musiklehrer am ABG, bei der Einführung zu „Klassik an der Donau“. Er verriet kurzweilig viele wissenswerte Details zum Programm und beflügelte so entspannt die Vorfreude auf den Konzertabend an. Außerdem interviewte er für die Gäste Pianist Gerhard Oppitz, der nicht nur über seine Musik, sondern auch über sein Leben und seine Verbindung zu Niederbayern plauderte.

...weiter geht´s mit Rivertone

Das nächste große Musikerlebnis gibt es für Jazz-Musikfreunde bei Rivertone, das vom 20. bis 22. Juli. am Hagen einlädt. Karten für die Rivertone-Stars gibt es beim Leserservice des Straubinger Tagblatts, Telefon 09421/940 6700.